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Das Kondom für die Frau: So funktioniert es

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In Deutschland sind das Kondom für die Frau und dessen Funktionsweise eher unbekannt. In Ländern mit hoher HIV-Infektionsrate hat sich das sogenannte Femidom bewährt, damit Frauen sich selbst schützen können. Die Handhabung ist theoretisch einfach.



So funktioniert das Kondom für die Frau

Das 1990 erfundene Femidom funktioniert ähnlich wie ein Kondom für den Mann. Es besteht aus einer ultradünnen und stabilen Hülle aus Latex, Polyurethan oder Silikon. Es ist ca. 18 cm lang aber der Durchmesser ist um einiges größer als bei einem Kondom, da es das Innere der Scheide gut auskleiden muss. Es gibt eine offene und eine geschlossene Seite an der sich jeweils ein flexibler Ring befindet. Für geübte Hände lässt sich das Femidom folgendermaßen einsetzen.

  • Tragen Sie ein wasserlösliches Gleitgel oder eine spermienabtötenden Substanz auf die Innen- und Außenseite des Femidoms auf.
  • Führen Sie den Ring mit der geschlossenen Seite tief in die Scheide ein und stülpen Sie ihn über den Muttermund.
  • Der Ring auf der offenen Seite bleibt außerhalb der Vagina und bedeckt die äußeren Schamlippen. Dadurch wird verhindert, dass das Frauenkondom in die Scheide rutscht.
  • Nach dem Sex muss das Femidom verschlossen werden, um ein herauslaufen des Spermas zu verhindern. Dafür drehen Sie den äußeren Ring zweimal um die eigene Achse.
  • Danach ziehen sie das Frauenkondom langsam heraus und entsorgen es im Hausmüll.


Das Kondom für die Frau hat Vor- und Nachteile

Eigentlich ist das Femidom so sicher wie das Kondom für den Mann. Trotzdem hat es nur einen Pearl-Index von 5-25. Das heißt 5-25 Frauen von 100 werden in einem Jahr trotzdem schwanger. Diese hohe Quote kommt durch Fehler bei der recht anspruchsvollen Anwendung zustande.

  • Nachteile - Die richtige Handhabung muss erst geübt werden, bevor das Femidom sicher sitzt.
  • Es besteht die Gefahr, dass das Frauenkondom in die Scheide rutscht, wenn nicht genügend Gleitmittel verwendet wurde.
  • Das Femidom ist teurer als Kondome. Im Internet oder Apotheken gibt es drei Stück für ca. 10 Euro. Bei dem Preis überlegt man es sich zweimal, ob man es wirklich anwenden will, vor allem weil vorher noch geübt werden muss und Routine dabei sehr wichtig ist.
  • Es kann nur einmal verwendet werden.
  • Vorteile - Die Spermien gelangen nicht in die Gebärmutter und es gibt keinen direkten Kontakt zwischen dem Penis und der Vaginalschleimhaut. Deshalb ist es die einzige Variante für Frauen sich selbst vor ungewollten Schwangerschaften, HIV, Syphilis, Tripper, Herpes und Hepatitis zu schützen.
  • Für Männer, die ungerne Kondome benutzen, ist es oft einerseits eine akzeptable Alternative.
  • Es ist eine hormonfreie Verhütungsmethode und bringt den natürlichen Zyklus nicht durcheinander.
  • Ein Rezept vom Arzt ist unnötig.
  • Es hat keine Nebenwirkungen.
Das Kondom für die Frau bietet eigenverantwortliche Kontrolle über das Liebesleben und den eigenen Körper.
Das Kondom für die Frau bietet eigenverantwortliche Kontrolle über das Liebesleben und den eigenen Körper. (Bild: Pixabay/StockSnap)

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